Szene
Triker

Die Zeitschrift für Szene-Triker

WillkommenWillkommen.html
 
 

– was macht man gegen Feierabendlangeweile?

Zunächst die Vorgeschichte: Als wir, Heiko (Wischmopp – der DJ von den FTO´lern und sein eigener Werkstattchef) und Manu (des bin  ich), bei den Trikern eintraten, hatten wir nix, kein Trike, keine Zelterfahrung – nur einen Hund und ein paar Bekannte. Im ersten Jahr kamen dann das erste Trike (als komplett zerlegte Baustelle, wie es sich für einen Schrauber gehört) und gleichzeitig – was sonst, wenn man auch mit auf Treffen möchte – das Hundehotel, da wir nicht ständig einen Hundesitter haben. Wir selbst verbrachten in der „Dackelgarage“ die ersten Nächte  – eng, kalt und unbequem. Dann die Ansage: ein vernünftiges Zelt muss her, was in Form eines großen Tunnelzeltes angeschafft wurde. 1. Aufbau – Klatschnasser Boden, strömender Regen und kalt – dann Fronleichnam 2010 – 4 Stunden fahren (nun mit 2 Trikes, der Aufbau der „green“ erfolgte im Winter 2009/2010, damit man sich nicht mehr streiten muss) und wieder: Nasser Boden….. Zelt…. die Kommentare der Vereinskameraden: „Mal sehen wie lang das dauert, bis ihr a ´nen Queck habt“. Dazu Manu: „Niemals, möchte ich net. Entweder ich hab Platz in meinem Wohnwagen, ohne ständig umzubauen, oder das Zelt bleibt…..“. Dann ging die große Suche los – Eine „Wand“ hinter dem Trike kommt nicht in Frage, aber was dann – viele Stunden im Internet folgten, bis der Paradiso und andere Klappwohnwagen als geeignet in der Auswahl blieben. Im Sommer schlugen wir zu und ersteigerten einen Paradiso, über den bekannt war, dass der Boden am Eingang kaputt ist, da er bereits längere Zeit unbenutzt in einer Wiese vor sich hin wartete. Das künftige Trikerdomizil wurde also abgeholt und erstmal in die Halle gestellt – hat Zeit bis die Saison vorüber ist – fertig werden soll er bis zur Fronleichnamstour 2011. Irgendwann ging es dann los – Schadenfeststellung: die Inneneinrichtung ist soweit ok, allerdings werden wir umbauen, da wir einen festen Schlafplatz möchten und ja nur zu zweit sind, also Tisch mit gegenüberliegenden Sitzplätzen reicht, den Rest sieht man. Nach dem Ausräumen der Einrichtung und dem Entfernen des Bodenbelages stellte sich heraus, dass leider nix mehr zu retten war, der ganze Boden musste raus und auch die Lattenkonstruktion, die die Verbindung zwischen Boden und Seitenwänden darstellte, taugte nicht mehr wirklich. Nun also doch: komplett zerlegen, das Dach und das Zelt ab (ganz schön vergammelt, aber dazu später mehr) und alle Seitenteile wegmachen. Die nächste böse Überraschung: auch an der Konstruktion auf der die GFK-Außenwände befestigt waren, hatte schon kräftig der Rost gefressen, also dann doch schlimmer als erwartet. Hoffentlich verzieht sich das nicht alles. Nun los: Achse und Deichsel reinigen und mit Rostschutz versehen. Bremsen und alles andere an der Achse anschauen und wieder fit machen, neues Zugmaul, entrosten und ausbessern der Außenkonstruktion mit anschließender Rostschutzlackierung. Darauf folgte das erste große Puzzlespiel: Der neue Boden wird geschnitten und eingezogen, jedoch nicht mehr wie vorher in mehreren Lagen. Die Entscheidung fiel auf Siebdruckplatten, weil der Aufwand dafür nicht ganz so groß erschien. Nach dem Einpassen des Bodens kamen die ersten „Innenarbeiten“ der Strom wurde neu verlegt, selbstverständlich kam auch gleich eine Verteilung sowie ein Zentralschalter für die Innenelektrik und natürlich auch ein Spannungsanzeiger dazu. Letztendlich haben wir nun div. Lichtschalter, Ladeeinrichtung für Laptop o. ä., Strom für das Heizungsgebläse und ein Radio mit allem, was dazu gehört. Die Stromversorgung funktioniert komplett über eine Autobatterie, die während des Fahrens vom Trike geladen wird. Lattenkonstruktionen für das Bett und neue „Sitzschränke“ wurden gebaut und eine Trennwand für das „Gerümpelfach“ in dem sich der transportable Wassertank mit Pumpe befindet und in das die Gasflasche während der Fahrt sowie die Zeltstangen und Stühle verladen werden können, eingezogen. Im Gesamten war das dann doch viel aufwändiger, als am Anfang gedacht, so dass zwischenzeitlich schon das Gefühl aufkam: „Das wird nix mehr,….“. Als irgendwann der „Lift“ für das Dach wieder funktionierte, entspannte sich die Lage. Das Dach wurde aufgesetzt und die Außenlackierung konnte starten. Nachdem sämtliche neuen Lichter und Begrenzungsleuchten funktionierten, ging es wieder nach innen. Die Gasleitung musste neu verlegt werden und auch die Küche, die aus Unter- und Oberschrank, der während der Fahrt ebenfalls unten steht und das Waschbecken und die Gaskochstelle beherbergt, besteht, wurde teilweise erneuert. Eine Wohnwagengasheizung mit umlaufendem Wärmeschlauch hat er jetzt auch, als Innenwände gab es (Sperr-)Holz und anschließend wurde alles, wie auch außen, in der neuen „Wagenfarbe“ lackiert, die, nach vielen Diskussionen und Vergleichen mit Farbkarten und der Zeltaußenhaut, identisch zum Hundehotel ist. Irgendwann kam dann so eine Art „Perfektionismus“ auf, wenn wir uns nun schon so viel Arbeit gemacht haben….., also bestellten wir Stoff zum Neubeziehen der Polster – Alcantara in Dunkelbraun, die Decke innen bekam neuen Lack in Beige. Die Vorhänge wurden, passend zu den Polstern, gefertigt. Was allerdings noch einmal für kurze Momente des Verzagens sorgte, war der Zustand der Zeltplane – diese war, zumindest teilweise, schon ziemlich vermodert. Über die Werkstattlieferanten besorgten wir ein spezielles Reinigungsmittel, mit dem wir die komplette Außenhaut behandelten und, man glaubt es kaum, es hat funktioniert, neu ist sie nicht, aber es passt. Die nächste etwas kniffelige Situation: das Zelt musste wieder zwischen den Wagen und das Dach – mit Hilfe einiger Trikerfreunde gelang das jedoch ziemlich unkompliziert und alles konnte wieder vernietet und mit Latten befestigt werden. Einen Monat vor dem ursprünglich gesetzten Ziel: Geschafft! – die Einweihung fand am Sachsenring beim „Trikes and More“ Treffen statt und der Paradiso hat seinen ersten Test gut überstanden. Aktuell sind wir dabei, ein Vorzelt zu konstruieren, das ist nun nicht mehr ganz so wild. Letztendlich wäre zu sagen: Ein aufregendes Projekt, was jedoch ohne den Platz und die Werkzeuge der eigenen Werkstatt nicht möglich ist.

Manu und Heiko (FTO´ler), aus „mei-werkstatt.de“ oder „der Zauberer von Hof“.           manu

Habt ihr auch solche „Schraubererfahrungen“? Wollt ihr mal euer Trike vorstellen? Habt ihr interessante Trikethemen ---- schreibt an die „TrikerSzene“.

 
 – was macht man gegen Feierabendlangeweile?